Samstag, 5. August 2017

Schnelle Urlaubsgarderobe für den Sommer: La Taissa und La Alizéa von Schnittgeflüster

Familienurlaub in Istrien, täglich heftige Mittagshitze und gepflegte Langeweile die wir uns in diesen heissen Stunden gerne leisten, bis wir uns aufraffen zum Strand oder in ein Städtchen zu fahren. 

Urlaubswäsche trocknet in Minutenschnelle auf der Leine. Während der Reisevorbereitungen zuhause habe ich zwischendurch immer mal ein schnelles Kleidungsstück genäht. Keine aufwendigen High-End Näharbeiten sondern äußerst schlichte Shirts, Flatterhosen und Leggings: 







Das bunte Kleid im Hippiestoff ist ein Schnitt aus einer Fashionstyle.  Ein schlichtes A-linienkleid nur mit Brustabnähern. Auch gerne schon einige Wochen vor dem Urlaub getragen und kurz in einem post angesprochen. Daneben ein "La Alizea"-Shirt. Seit dem Tigershirt ( im letzten Post gezeigt) ein Basic bei mir in verschiedenen Varianten.   





Mein Allrouder hier im Urlaub ist das Batikkleid. Schnell übergeworfen für Strand, Einkauf oder abends unkompliziert essen gehen.
Auch das ist der Schnitt "La Alizea".  Hier habe ich einfach den Schnitt seitlich soweit verlängert wie der Stoff reichte.  Das Kleid habe ich kurz vor der Abeise noch schnell zusammengenadelt, alle Säume sind noch roh.
Auch das steht dem Strand-/ Batiklook und ich könnte es einfach so lassen... mal sehen.






Mein Lieblingsstoff ist dieser wild gemusterte hier.  Da habe ich beim wiederholten Onlinekauf
einfach  mal Glück gehabt: Die Farben gefallen mir alle wie sie da sind und das Muster "kann was" . Der Stoff ist bügelfrei und trägt sich total smooooth :) .
Als bodenlange Flatterhose ist das schon kurz vor dem Urlaub ein Lieblingskleidungsstück für den Sommer gewesen-  mit einem der gezeigten Shirts eine lässige Kombi. 

Mich fotografiert hier niemand aus der Familie. Alle sind zu faul und gutmütig-träge. Istriens Strände würden sicher eine prima Kulisse für meine Kleidung abgeben, aber für diesen post hier musste ich selbst mal an mir herunterknipsen. "La Taissa" von Schnittgeflüster:

  


Aus dem Stoff sprang noch ein wadenlanger Rock raus.  Leicht gekräuselt, ohne Abnäher... irgendwo ist mir beim Hochladen das Foto abhanden gekommen... 
Nach dem Urlaub gibt es sicher noch anschaulichere Bilder, zur Not bei uns im Garten geknipst.  Der Sommer ist ja inzwischen auch in Deutschland angekommen :)



Samstag, 15. Juli 2017

Tigershirt La Alizéa





                    Shirt mit Katze :)                                               



 
Farblich schneidet das Tigerpanel für mich nicht so gut ab, aber ich wollte es ja unbedingt haben. 
Überlegungen dazu, ob und warum es mir dennoch steht hatte ich *hier* angestellt .

Bei dem Tigerprint musste ich gut überlegen wie ich es verarbeite damit möglichst viel vom Motiv zu sehen bleibt.  Weil die Farben nicht alle komplett so "meins" sind wollte ich in jedem Falle  mit viel Schwarz am Shirt arbeiten um davon abzulenken und die rockige Optik des Motivs aufzugreifen.





Das Schnittmuster LA ALIZÉA von Schnittgeflüster lag hier schon echt lange ausgedruckt und zuschneidefertig herum- hatte ich ganz vergessen. Es passt so gut auf das Panel ( halbe Stoffbreite), dass fast kein Verschnitt bleibt.  An den Ärmeln und am unteren Saum musste ich sogar ein wenig Stoff anstückeln um das Schnittmuster komplett aufzulegen.


 


 


Da passte die Idee mit schwarzen Akzenten perfekt um die fehlende Länge zu ergänzen!


Gut gesteckt ist halb genäht. Beim Viskosejersey rollt sich ja alles ganz schön vor dem Nähen...
Hat aber alles sehr gut und sehr sauber geklappt, ich bin zufrieden. 





Der spezielle Fall von Viskosejersey passt hervorragend zum Schnitt, schön lässig und weich.
Toller Stoff für den Sommer!
Jetzt habe ich das gleiche Panel noch einmal hier liegen und meine Tochter wünscht sich auch so ein Shirt .  Da muss ich mal überlegen wie ich das umsetze, damit der Print überhaupt noch gut sichtbar ist bei so einer Kindergrösse von höchstens 134.  Vielleicht ein Fledermausshirt?






Tschühüüs!

Mittwoch, 5. Juli 2017

Espadrilles selbstgemacht mit Sohlen von Prym - leider geil ...





Was haben die damals noch gekostet, als ich so Mitte der 80er die ersten Espadrilles kaufte?  5 Mark waren das.  Dunkelblau waren bei mir die ersten und danach schwarze.Und dann immer wieder mal welche in allen Farben  weil man sie so gut vom Taschengeld kaufen konnte. 
Ja und dann irgendwann verschwanden sie für ganz lange.
Vor 2 Jahren hab ich sie dann in einigen Nähblogs wiedergesehen -als DIY- Projekte mit fertigen Sohlen von Prym und von Hand genäht.

Ein ganz kleiner Hype war das, ich habe danach leider nie wieder etwas gelesen. Ich wüsste zb gerne ob sie einigermaßen gehalten haben nach dem selbernähen oder ob es am Ende doch eher schnelle Teile für die Tonne gewesen sind.

Meine ersten Prym-Sohlen ( für 8 Euro und die Anleitung zum Nähen muss man sich bei Prym runterladen)  habe ich kürzlich mit schwarzbuntem Fischestoff genäht. Was ich nicht wusste: das Handnähgarn für die Sohlen muss man sich extra besorgen, ist also nicht in der Packung dabei. Ich hab dann schnell noch nen Strang Handstickkgarn  gekauft- geht auch und hält vermutlich genauso.

Weil meine Nähmschine in der Werkstatt war und ich keine grossen Sache nähen konnte,habe ich also die Espadrilles genäht. 
Alles schön nach Anleitung, für mich als Gimmick aber zusätzlich mit Paspelabschluss an den oberen Kanten.

Schöner Schuh, nur leider viel Zug weil falsch zugschnitten.


Die Stecknadeln sind aus meinem Beruf: dicke, sogenannte Polsterstecker die schön griffig sind und gut in der Sohle steckenbleiben ohne zu verbiegen.
Alles schön, alles gut.  Bei der Anprobe flutschte nur leider immer meine Hacke aus dem Schuh:
zuviel Spiel an der Hacke...
  

So würden sie super passen, aber leider passt der Schnitt nicht kopfstehend.

Beim Abgleich mit dem Schnittmuster musste ich feststellen, dass ich das Fußteil leider verkehrtherum zugeschnitten hatte und dadurch zuviel " Luft" hinten am Schuh ist. Im Schnittteil von Prym  war gar nicht vermerkt was oben und unten ist...

Schön, nur leider verkehrt zugeschnitten.

....rrrrischtisch , aber  so leider nicht mehr zu gebrauchen.


Tja, einfach auftrennen und umdrehen iss nich.
Die Fische stehen dann auf dem Kopf und die Paspel sitzt dann unten an der Sohle... obwohl... 

 


Beim Korrekturstecken  gefiel mir das mit der Paspel untenrum.
 


Für mich, die ich beruflich zeitweise viel mit der Hand nähen musste ( mit krummen Nadeln, stundenlang  und durch dickes Material in Sitzmöbeln... schön mit Blasen oder Schwielen an den Händen nach der Arbeit :) )wird das sicher kein Problem sein von Hand  um die Paspel zu nähen..    Ich denke, ich versuche es nochmal. Vielleicht sogar tasächlich mit Paspel komplett um die Sohle herum- mal sehen. 




 Ich berichte.




















Mittwoch, 28. Juni 2017

Buchbindeworkshop nach Müllerin Art in der Papierfabrik "Alte Dombach"





Einen ersten halbtägigen Workshop bei Michaela ( Müllerin Art) hatte ich bereits im letzten Jahr im August besucht. Nachzulesen -wer mag-  HIER
Letztes Wochenende hatten wir zwei ganze Tage in netter Teilnehmerinnengesellschaft  zur Verfügung, mit allem Zipp und Zapp: Muster entwerfen, Stempel schnitzen, Drucken mit verschiedenen Techniken. Hefte und Bücher binden, uns ein bisschen an verschiedenen Techniken versuchen.  Das ganz dann hier in der passenden Atmosphäre der Papierfabrik "Alte Dombach" in Bergisch Gladbach, einem LVR- Industriemuseum.





Die Stempelmuster die ich für meine ersten Drucke schnitzte hatten Fliesencharakter und ich war fasziniert davon ,welches Bild sie beim Aneinanderdrucken ergaben.  


..hä?  Blütenmuster?  War gar nicht meine Absicht- aber schön :) !

geliebte Diagonale. Die kritzele ich eh ständig überall hin...

...pfoah!   ein Stempel, viele Möglichkeiten...



Ich kam gar nicht auf die Idee, einzelne Motive zu entwerfen sondern habe die Stempel immer wieder gedreht und geguckt was für Muster beim aneinanderdrucken dabei herauskamen.  Zum Schluss musste ich mich beeilen, einige Blätter zu bedrucken damit ich am nächsten Tag Bücher damit binden kann!
Aus meiner mageren Ausbeute konnte ich aber richtig schöne Einbandpapiere drucken, die ich dann mit Michaelas Schablone zuschnitt. Hier kupfer auf rot...   bisschen orientalisch, bisschen weihnachtlich:


:


 Die Seiten und Lagen wurden gefaltet und geschnitten, dann zusammengenäht ...






...und geklebt und gebunden:





Meine Ausbeute aus den zwei Tagen. 

Ich hatte mir schnell noch einen kleinen "Gräserstempel" geschnitzt, dessen Motiv ich einzeln drucken wollte aber dann ist mit mir wieder die Fliesendruckerin durchgegangen und ich habe das Motiv dann auch  nahtlos aneinanergereiht und verstürzt.
Das Ergebnis ist mein Lieblingsbuch ( mit türkisfarbenen Leinenstreifen) :





Ein ganz besonderer Moment ist, wenn zum Schluss alle Teilnehmerinnen ihre Bücher zusammenlegen und man die Vielfalt sieht:
 




..toll, oder?




Und alles fing mit einer kleinen Skizze auf Papier an :).   Das hat mich am meisten beeindruckt. 




Der Sonntag wurde begleitet von einer Führung durch das Papiermuseum  "Alte Dombach".
Ich gehe ja eh schon gerne in Museen, aber das hier hat mich absolut begeistert!  Die Kulturgechichte und die Herstellung von Papier im Laufe der Zeit.  So witzig, vielfältig, eindrucksvoll, mahnend und liebevoll ausgestellt und gebaut- ich habe sowas auch in der Art der Darstellung professionell umgesetzt noch nie gesehen.

Unbedingt sehenswert !  Allein schon das weitläufige Gelände mit den historischen Häusern, dem Café... 
Wir wohnen selbst ja auch auf so einer Art " Hofanlage mit mehreren Gebäuden" und zwischendurch dachte ich schonmal: boah, die ganze Arbeit hier, das instand zu halten!"

Es ist wirklich einen Tagesausflug wert!!

Die Wassermühle, die tatsächlich noch läuft!



...zum "auf die Kacke hauen"

Überall etwas, das man ausprobieren und in Bewegung sehen kann!

..na, wer findet den "Schenkelklopfer"?

Papierschöpfen- wer mag.







Ich habe um die Erlaubnis gefragt, zu fotografieren. Danke dafür! 



Gerne wieder, Michaela!












Sonntag, 18. Juni 2017

Vom Blog ins anfassbare Leben: Michou ( loves Vintage )

Es gibt Begegnungen, die nachhaltig Eindruck machen.  Da können sie noch so kurz sein: 
Ich bin absolut verlässliche Leserin des Blogs von Michou. Seit wann kann ich gar nicht so genau sagen... vielleicht 2 oder 3 Jahre? Es gehört zu meiner Blogleseroutine, täglich bei ihr nach Neuigkeiten zu schauen - nicht weil sich unser Kleidungsstil so wahnsinnig ähneln würde ( tut er nicht) oder weil ich mir irre viele Nähkniffe abschauen könnte ( ich bin nicht die Schnittanpasserin).
Schon oft habe ich überlegt, was ich an ihrem Blog so schätze.  Es ist definitiv die Nähe zur Leserin, die sie aufbaut in ihrer Art der Schreibe. Es ist gleichermaßen die Privatheit und Offenheit, das Zweifeln und die Glücksgefühle beim Nähen die sie vor der Leserin ausbreitet und  in die ich  mit hineingenommen werde - einfach das absoult echt sein. Dazu gehören für mich auch die Fotos vor der Küchenzeile, das sichtliche Abmühen mit der nicht vorhandenen Bildqualität, ihre ureigenen Gedanken zum Thema "Frau". 
Nicht zuletzt: wir sind gleich alt und haben recht junge Kinder, quälen uns herum mit den sich sich verändernden Ansprüchen an das was wir im Prozess des Älterwerdens für uns Mode nennen. Und dann lebt sie in Bonn- einen Katzensprung entfernt sozusagen :).




Da sitze ich gestern mit meinen Kindern und einer lieben alten Freundin ( alt, weil über 70 :)) vor der Eisdiele in der Münstereifler City, fühle mich ein bisschen fancy weil ich mir zur Feier des Tages etwas Mühe mit meinem Äusseren gemacht habe ( ich führe meine neuen Schuhe aus die mit Wendepailletten in weiß/ Gold bestickt sind und trage eine superduper dazu passende 7/8tel Jeans in strassbesetzter "destroyed-Optik" dazu ) und entdecke ein vertrautes Gesicht. "Witzig! Da isse ja!" ...irgendwie sowas hab ich gedacht und musste schnell überlegen was ich in die Fußgängerzone rufe um sie auf mich aufmerksam zu machen, denn: sie kennt mich ja nun gar nicht.  Mein Kopf kramt ohne mein Zutun ein " Kommen Sie aus Bonn?" raus. Das erscheint mir beim Rufen wenig aufdringlich, schmälert die vermeintliche Zielgruppe und stellt mich zum Glück nicht so in den Mittelpunkt. 
Michou dreht sich um- jey!!  Jetzt muss ich schnell erklären warum ich sie kenne und sie mich nicht, sonst isse wieder weg.
Ich rede mit hochgereckten Händen die bildlich ein "Gänsefüßchen"  beschreiben und spreche mittig zwischen die pantomimischen Gänsefüsschen von Blog und so .   Gleichzeitig denke ich mir: mensch Wiebke, steh doch auf beim reden und hör auf zu Siezen, das braucht Ihr doch nicht wirklich miteinander haben!   Dann geht mir durch den Kopf, dass diese Art kennenlernen irgendwo bei Prominenz entdecken, Fankultur und Kontaktanzeigen abgelegt sein müsste und doch ganz anders ist. So ein Phänomen  gibt es vermutlich erst seit es soziale Medien gibt, bei denen man Menschen lesend recht nah kommen kann, sich im Laufe der Zeit im positiven Sinne sehr  an sie gewöhnt und dabei vollkommen vergisst, dass man ihnen noch nie wirklich begegnet ist. Wenn nicht die Bereitschaft der Schreibenden vorausgesetzt wäre, soviel Nähe zu unbekannten Lesern zu erlauben hat das sofort was von Stalking. Seltsam, oder?

Was Michou durch den Kopf ging, lest Ihr hier: 

Geliebte Leserinnen

 
Ich musste schmunzeln, als ich gestern ihren prompten Beitrag zu unserer Begegnung las.
Zuvor machte ich mir noch Gedanken, ob ihr sowas öfter passiert- bekannt genug ist sie ja als Bloggerin dafür.   Und ich überlegte, ob ich ihr zu nahe getreten bin mit meinem Nölen über die Passwortsperre in ihrem letzten post.  Und überhaupt:  kommt da in der Kürze der Zeit gegenseitig überhaupt zwischenmenschlich was rüber? Das ist ja schon anders, als sich auf einem offiziellen Bloggerevent über den Weg zu laufen und sich anzusprechen- das gehört dort ja  quasi dazu. Und doch: einmal herzlich umarmt zwischen den Eisdielengästen  und das Gefühl gehabt: hier müsste jetzt viel mehr Zeit füreinander sein.
Soviel zu meinen Gedanken während unserer Begegnung.

Liebe Michou!
Auf der " die möchte ich unbedingt gerne einmal in echt kennenlernen und ein bisschen quatschen"- Liste standest du ganz oben bei mir.  
Ich kann das -speziell nach dem Lesen deines Berichtes unserer Begegnung- nur zurückgeben:
You made my day!  Tatsache :). 
Gerne wieder, gerne ausführlicher nochmal "in echt" !  
Und schreib weiter so- genau so. Wir mögen das!



Donnerstag, 15. Juni 2017

Welche gemusterten Oberteile kann ich tragen und warum? Was geht auch jenseits meiner Farbpalette und wieso?

Fragen über Fragen :)



Meine letzten Stoffkäufe waren fast ausnahmslos gemusterte Stoffe- auffällig gemustert zum Teil.
Mit der Strategie: "wenn´s mir nicht gefällt kann ich mir immernoch einen Rock draus machen und ein einfarbiges Oberteil dazu tragen" hab ich solche Einkäufe schon öfter mal gerechtfertigt, bin damit aber schon lange nicht mehr zufrieden. 
Es kostet zuviel Verschnitt, es ist immer erstmal mit Frust verbunden und endet bestenfall in Auftrennen und was anderes nähen.  
Gemusterte Röcke trage ich ja immer gerne! Aber mal so ein schönes Kleid oder eine Tunika, ein Shirt oder eine Bluse in  auffällig gemustertem Stoff hätte ich schon gerne.  Über die Jahre ist mir das Gefühl dafür vollkommen abhanden gekommen (darauf musste ich erstmal kommen- eine echte Erkenntnis :) !) und bis auf ein oder zwei gekaufte Blusen sieht es inzwischen echt mager aus in meinem Kleiderschrank. Ich hatte lange keine Ahnung mehr was mir steht und nicht... und vor allem warum.  
Was mir  (neben einer Liste an Lieblingsfarben, Schmuck und Klamottentypen ) hilft ist ganz schlicht: Fotos machen. 

Vor einiger Zeit kaufte ich online einen schwarzgrundigen Blumenstoff den ich zu einem A-Linienkleid vernähen wollte.  Als ich den Stoff dann im Paket liegen sah wusste ich ganz schnell: das gibt nicht wirklich was.  Ich hab es dann doch versucht und es sah schrecklich aus.  Wie Omas Kittel, wie ein Mauerblümchen, wie "Kannste so machen, aber iss dann halt scheisse". 

Hier der Stoff:

 
Nee, das bin ich nicht.  Auch nicht als Rock.  Oben nicht, unten nicht:
Keine Ahnung ob ich den Stoff gekauft hätte wenn ich ihn "in echt" im Laden gesehen hätte.  
Ich kann mir da nicht mehr so ganz trauen.

Gestern dann im Stoffgeschäft... ich wollte Gummiband kaufen und finde dann das hier:




Ein Panel, 70cm hoch.  Ich breche innerlich in Jubel aus: ist-der-geil-das-wird-ein-Shirt-mit-viel-schwarz-boah! 
Ob mir das steht?   Die Farben sind hier ganz ähnlich. Insgesamt einen kleinen Tick wärmer, was von Vorteil ist-  aber der Stil ist ja mal komplett ne andere Nummer.  
Das könnte mich immerhin retten: Hier steht die Rockerlady mit schwarzer Animalprinthose, Stiefeletten  und  oversized Tigershirt.   Diese Art Statement kann ich ganz gut.  Da müssen dann auch die Farben nicht schmeicheln- aber warum eigentlich nicht?  

Guckt mal, die Farben sind ganz ähnlich, das fand ich interessant als ich sie dann zuhause verglich:




 

  




 ...und doch ist alles ganz anders- auch die Stoffart:




Obwohl die Farbwahl beim Blumenkleid voll daneben war weiß ich beim Tigerprint: das wird nix für die Tonne!

 

 
 


Jetzt muss ich mir erstmal passend schwarzen Visosejersey kaufen und dann schaunmermal.



Ein mutiger Glückstreffer war dann letzte Woche das hier:




Dieser Viscosekrepp fiel mir vor einiger Zeit schon ins Auge, aber ich hab mich echt nicht getraut.  Wenn ich den rapportgerecht kaufe, dann ist das kein Schnäppchen bei 27 Euro pro Meter.
Dann hab ich ihn aber doch noch gekauft, knapp kalkuliert im Stoffverbrauch (und somit die Ärmel leider nicht im Musterverlauf wie es sich gehören würde)  und das A-Linienkleid als Tunika ( weil kürzer) genäht.
Steht mir und punkt .  Aber warum?  



Was ich weiß:  hier versammeln sich eine ganze Handvoll von Farben, die mir gut stehen. Herbst- und Gewürzfarben.  Dann noch ein Hauch von Hippie und Daumen hoch.  Auch der weichfliessende Stoff schmeichelt.
Hier also volle Punktzahl.





das Bild gibt die Farben schon ziemlich genau wieder:


In diesem Kleid fühle ich mich wohl, schaue mir gerne die vielfältigen Muster und Farben an und denke mir: wenn ich das als fertiges Kleid im Laden gesehen hätte dann wäre ich möglicherweise dran vorbeigelaufen. 


Hier bin ich happy mit dem Stoffkauf. Am Ende hat mich dieser Fummel etwa 50 euro gekostet.
Ungefähr das was ich günstigstenfalls in einem Geschäft bezahlt hätte für ein fertiges Kleid, genäht in Bangladesh für Hungerlohn zu unmenschlichen Bedingungen. 


Tschühüüüs!